06.04.22: Liebe. Liebe. Und Liebe!

Was gibt mir in den letzten Jahren mit den vielen Polarisierungen, komplexen Verhältnissen und beängstigenden Unsicherheiten Orientierung? Für mich wurde immer stärker das Doppelgebot der Liebe zum wegweisenden Stern. Alles, was dazu führt, dass Menschen Gott lieben und den Nächsten wie sich selbst, erfüllt ja „das ganze Gesetz und die Propheten“. So brachte es Jesus auf den Punkt. Liebe – biblisch verstanden – übersteigt ja eine romantisch-emotionale Engführung. Sie offenbart sich in den fundamentalen Kategorien von Wahrheit, Gerechtigkeit und Gnade. Im konkreten Leben verursacht diese dreifache Dimension durchaus Spielräume, Spannungen und Konflikte.

Früchte, Ergebnisse, auch Erfolge im Sinne einer so verstandenen Liebe können von ihrer konkreten Ausdrucksform äußerst vielgestaltig sein. Denn jede kirchliche Gemeinschaft oder Organisation hat die Möglichkeit, durch ihr Sein und Handeln die Liebe Gottes in Wahrheit, Gerechtigkeit und Gnade erfahrbar zu machen. Ob im gemeindlichen Bereich, in der Bildungs- oder Sozialarbeit, in der Öffentlichkeitsarbeit oder in spirituellen Angeboten, entscheidend ist immer, ob Menschen die verwandelnde Kraft der Liebe Gottes erleben. Und das unter allen Umständen, egal, wie schwierig, undurchschaubar und verwirrend die Rahmenbedingungen auch sein mögen, die Gott uns als Wirklichkeit vorgibt.

Diese Art von weltgestaltender Zugewandtheit, von globaler Geschwisterlichkeit und sozialer Freundschaft bringt Papst Franziskus in seiner Enzyklika „Fratelli tutti“ von 2020 auf den Punkt und markiert damit ein neues Paradigma von kirchlicher Systemrelevanz.

Dr. Georg Plank, Pastoralinnovation

Tipp: Zusammenfassung der Enzyklika „Fratelli tutti“



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