Mittwoch, 11.5.2022

Interessant ist, dass im Mittelpunkt aller großen Religionen menschliche Repräsentanten für diejenigen Werte stehen, für die die Religion steht. Selbst der nichttheistische Buddhismus kommt ohne spirituelle Repräsentanten – Buddha oder den Dalai Lama – nicht aus. Auch der Atheismus hat seine Propheten und Päpste. Ironischer Weise waren Giordano Bruno und Charles Darwin, auf die sich zeitgenössische Atheisten gerne beziehen, keine Atheisten.
Joachim Bauer: Das empathische Gen, Seite 64

Wer ist für mich ein Vorbild? Und für wen bin ich ein Vorbild? Beide Fragen können mir helfen, mein Leben in Verantwortung zu gestalten. Wir können niemals alle Menschen kennen, für die unser Verhalten eine Bedeutung hat, wer sich an uns orientiert oder wer enttäuscht ist, wenn wir unserer Vorbildfunktion nicht gerecht werden. Mit rechtem Maß erfüllen Vorbilder eine unersetzliche Funktion für den gesellschaftlichen Verbundenheit.
Allerdings können Überhöhungen, Projektionen und Idealisierungen sehr belastend sein. Das hat auch Jesus am eigenen Leib erfahren und sich deswegen dagegen gewehrt oder in die Stille und Einsamkeit zurückgezogen.

Text und Foto: Georg Plank
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