Freitag, 20.5.2022

Bis ins Jahr 1976 zurückreichende Langzeituntersuchungen zur Häufigkeit von realen „face to face“-Begegnungen mit Gleichaltrigen zeigten bei 13- bis 18-Jährigen eine markante Abnahme ab 2010, also ab dem Zeitpunkt, als Smartphones zu einem Massenprodukt wurden. Ab dieser Zeit nahm der Internetgebrauch bei der untersuchten Stichprobe massiv zu. Eine Zunahme von subjektiv erlebter Einsamkeit berichteten vor allem diejenigen, die wenig reale Kontakte pflegten und besonders zeitintensiv im Internet unterwegs waren.
Joachim Bauer: Das empathische Gen, Seite 124

Als unsere Kinder klein waren, bewahrten wir sie vor zu starkem Fernsehkonsum. Dafür mussten wir innerhalb der Großfamilie strenge Regeln einführen und überwachen. Der Grund war einfach: Sie konnten sich gegen die Sogwirkung bewegter Bilder einfach noch nicht ausreichend wehren. Der Vergleich mit den heutigen Möglichkeiten stimmt nachdenklich.
Wie sollen Kinder und Jugendliche ohne Unterstützung eine gute Balance zwischen digitalen und analogen Erlebnisebenen schaffen? Müssten nicht überall Möglichkeiten für Spiel, Sport und Bewegung und damit für lebendige und interaktive Gemeinschaft gefördert werden, in Wohnvierteln, Schulen und auch Kirchengemeinden?

Text und Foto: Georg Plank
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