Blog Dr. Georg Plank

22.06.22: Wie Gott uns schuf

Angesichts wachsender humanwissenschaftlicher Erkenntnisse über den Menschen als Individuum und als Sozialwesen bietet die paulinische Sicht einer „Einheit aller in Christus“ die theologische Basis, um alle nach wie vor bestehenden Differenzierungen und Diskriminierungen zu überdenken und ggf. zu verändern.
Das Wissen, dass zum Beispiel geschlechtliche Identitäten weitaus vielfältiger sind als lange Zeit angenommen, sollte einer jahrhundertelangen diskriminierenden, entwürdigenden und oft tödlichen Praxis endgültig jegliche Legitimation entziehen. Beim synodalen Weg der deutschen katholischen Kirche hat sich immer wieder Mara Klein zu Wort gemeldet: “Es ist eine sehr engstirnige Weltsicht, in der es nur Mann und Frau gibt und nur Mann und Frau, die aufeinander verwiesen sind. Ich weiß aus meinem sehr tiefen Glauben heraus, dass es für Gott keine Rolle spielt. Oder besser gesagt: dass Gott mich genau so positiv annimmt, wie ich bin.” Mara Klein ist divers und studiert katholische Theologie.
Dr. Georg Plank, Pastoralinnovation

15.06.22: Liebe ist der Schlüssel

Für mich gibt es einen letzten Grund, auf dem das Ineinander und Zusammenspiel vieler, unterschiedlicher, ja letztlich einander immer auch fremder Menschen keimen, wachsen und gedeihen kann. Es ist das Geheimnis, das wir im umfassenden Sinn Liebe nennen, ob aus geistlich-spiritueller oder aus psychologisch-therapeutischer Perspektive, ob aus neurologischer Empathieforschung oder sozialwissenschaftlichen Erkenntnissen.
Immer mehr erscheint mir die Liebe als Geschenk, als Geheimnis und als Kunst (Erich Fromm), zu der jeder Mensch fähig ist.
Liebe ist für mich der Hauptfaktor gelungener Kooperation und heilvoller Verbundenheit, im privaten und im öffentlichen Bereich, in Familien und Freundeskreisen, aber letztlich auch in der großen Politik.
Katholische Christ*innen feiern diese Liebe öffentlich im Fronleichnamsfest und setzen damit ein Zeichen für Friede, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung.
Dr. Georg Plank, Pastoralinnovation

08.06.22: Spielen ist mehr

In der Flow-Forschung, die ich im letzten Blogbeitrag erwähnt habe, wird immer wieder mit dem Bild spielender Kinder versucht zu illustrieren, dass es nicht um Perfektionismus geht, auch nicht um übertriebene Steuerung oder gar Machbarkeitswahn. Entscheidend ist das Aufgehen in ein gegenwärtiges Erleben, um ein konzentriertes Fokussiert-Sein ohne Ablenkung, um ein achtsames Dasein in Verbundenheit.
Fragen Sie sich bei der nächsten Sitzung oder auch bei einer Videokonferenz, ob diese Qualitäten spürbar sind? Überlegen Sie gemeinsam, was sie fördert oder behindert und wie sehr Sie bereit sind, damit anzufangen.
Solche Forschungen und Erlebnisse lassen mich besser verstehen, warum Jesus uns auffordert: Werdet wie die Kinder, denn Menschen wie ihnen gehört das Himmelreich!

Dr. Georg Plank, Pastoralinnovation

Pfingstsonntag, 5.6.2022

Die Musik aktiviert so gut wie alle neuronalen Areale, die unser Gehirn bei sozialen Interaktionen mit anderen Menschen ins Spiel bringt. Die Musik überwindet ethnische, nationale und religiöse Grenzen. Die …

Samstag, 4.6.2022

Psychische Stressoren und soziale Erfahrungen haben sich in den letzten Jahren als die einflussreichsten auf unsere Biologie einwirkenden Faktoren herausgestellt. Sie bestimmen sogar, wie lange wir leben. Die große Mehrheit …

Freitag, 3.6.2022

Gefährliche Gegner der Eudaimonia sind die außer Kontrolle geratenen internationalen Finanzmärkte. Die diesen Märkten inhärenten Zwänge der Kapitalvermehrung haben in den letzten etwa dreißig Jahren eine ungeheure Destruktivität entwickelt, die …

Donnerstag, 2.6.2022

Das menschliche Genom gleicht einem Klavier … Die Pianistinnen und Pianisten, die an diesem Klavier spielen, sind unsere Lebensstile und die Erfahrungen, die wir im Leben machen. Zum Lebensstil gehört …

Mittwoch, 1.6.2022

Angst und Aggression sind Geschwister, das eine kann unmittelbar in das andere umschlagen. Beide setzen weitgehend die gleichen neurobiologischen Systeme in Gang. Niemand würde von einem „Angsttrieb“ sprechen. Menschen, die …

01.06.22: Rhythmus eint

Zusammenspiel und Kooperation lebt von Richtung und Rhythmus. Ist bei einem Projekt, einer Aktion oder einer Reise allen klar, in welche Richtung man unterwegs ist, ja, wohin man überhaupt will? Gibt es gemeinsam ausgehandelte und vereinbarte Ziele? Rudern alle in die gleiche Richtung? Und wenn ja, geschieht dieses „Rudern“ im gleichen Rhythmus? Wenn Sie einmal in einem Kanu oder einem Ruderboot Teil eines Teams waren, wissen Sie, wovon ich rede! Rhythmus spart viel Kraft. Zusätzlich ist die Erfahrung des Eingestimmtseins wunderbar, sie führt in vielen Teams zu der Art von „Flow-Erlebnis“, wie der ungarische Glücksforscher Mihály Csíkszentmihályi solche Glücksmomente bezeichnet.
Für gläubige Menschen offenbart sich in solchen Erfahrungen der Heilige Geist. Er bewahrt vor Spaltung und wirkt immer einheitsstiftend.
Dr. Georg Plank, Pastoralinnovation

Dienstag, 31.5.2022

Wer seine Ernährung auf fleischarme oder fleischfreie Kost umstellt, trägt nicht nur dazu bei, dass die Rodung der großen Wälder dieser Erde gebremst wird, sondern reduziert sein Risiko für Herz-Kreislauf- …